Mittwoch, 14. Dezember 2016

Was steckt hinterm Russen-Hack im US-Wahlkampf?

Der nachfolgende und von Achim Bierwirth verfasste Kommentar sollte auch im Zusammenhang mit der derzeitigen "Fake News"-Kampagne betrachtet werden. Enten werden, glaubt man den Machern der "veröffentlichten Meinung", nur im bööösen Internet verbreitet. In den selbsternannten Qualitätsmedien findet sich jedoch immer nur die Wahrheit. Die alleinseligmachende, die faktische Wahrheit sozusagen. Während es im Internet vor lauter "Postfaktischem" nur so wimmelt, hat es die alleinseligmachende Wahrheit schwer. Und sei es nur unentdeckt zu bleiben.

Der „Russen-Hack“...

...das Original, wie von der New York Times gestern veröffentlicht und ausführlich „technisch“ kommentiert! Also die Sache war so...

...ein Scherzkeks, der sich zunutze machte, dass man den Eintrag für die Adresse eines Email-Versenders willkürlich wählen kann, wenn man einen eigenen Email-Server verwendet, dachte sich angesichts der bekannt hohen Intelligenz und Kompetenz des Wahlkampfteams von Hillary Clinton, man kann ja mal darum bitten (Bittet, so wird Euch gegeben!), das Passwort für John Podestas Emailaccount ausgehändigt zu bekommen, gab als Grund für die ungewöhnliche Bitte an, es sei (aus Sicherheitsgründen!) erforderlich, das Passwort zu wechseln, und bot dem Empfänger mit dieser lustigen Aufforderung einhergehend freundlicherweise auch gleich einen Link an, auf den man doch bitte klicken möge, um auf der dann aufpoppenden (selbstredend eigenen) Webseite sein Passwort einzugeben...

John Podesta, der alte Fuchs, leitete diese Mail sogleich an seinen eigenen Experten weiter, der dem Team umgehend mitteilte, das sei schon in Ordnung, und damit die freiwillige Übergabe des Passworts auslöste. Fachmännisch klickte und tippte man nun dem Rat des „Experten“ folgend die Zugangsdaten auf einer fremden Website in die dort angebotene Eingabemaske, et voilà, erhielt der Bittsteller zu seiner Verblüffung postwendend und ganz ohne Hack und Hacker Zugang zu John Podestas Email-Account bei GMX, wo der mailwütige Kampagnenchef der sniperfeuergestählten Fachfrau für alle Web- und Mailangelegenheiten Hillary Clinton zur Freude des nun Zugangsberechtigten ganze 60.000 Emails vorrätig hielt, die nun erst mal eifrig heruntergeladen wurden.

Phishing nennt man das, und mit Hacken hat das ungefähr so viel zu tun wie ein verchromtes Auspuffrohr mit Motortuning. Geübt wird diese Praxis seit Jahren von Pubertierenden, die sich alle dafür benötigten Kenntnisse auf dem Schulhof aneignen, und immer wieder mal den einen oder anderen Neulandbewohner mit solchen Methoden übertölpeln.

Fest steht: John Podesta muss mit dem Klammerbeutel gepudert sein, seinen „Experten“ wegen solcher Phishing-Mails zu befragen, der „Experte“ in etwa so kompetent wie die Neulandbewohnerin im Kanzleramt, und die CIA ein Haufen weltfremder Spinner ohne jeden Verstand, für solche Aprilscherze Moskau verantwortlich machen zu wollen.

Aufgrund der Lächerlichkeit des Vorgangs: Diese Bildschirmfotografie entstammt wirklich der New York Times und die hier gegebene Schilderung ist kein Scherz! Hier ist er also, der berühmte Russen-Hack in Aktion:

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