Freitag, 11. April 2014

Bedient Springer-Presse antisemitische Klischees?

Während die reichere Ostukraine gerade dabei ist, sich von der Westukraine abzutrennen, tobt der Krieg um die Köpfe unvermindert weiter.

Die bundesdeutschen NATO-Medien sind gerade dabei, dass einzugestehen, was sie vor mehr als drei Wochen noch nicht wissen wollten, doch werfen sie beständig die nächsten Propagandalügen an die Informationsfront.
So will man derzeit mit Hilfe von Satellitenbildern aus dem Jahre 2013 einen russischen Truppenaufmarsch von heute beweisen. Russland soll dem Publikum als strippenziehender Aggressor erscheinen, während nicht davon berichtet wird, dass sich ostukrainische Polizeikräfte weigern, die Befehle der Putschregierung in Kiew umzusetzen, diese aber dafür ausländische Söldner und Svoboda-Faschisten in die Westukraine abkommandiert hat, um den Volkswillen niederzuschlagen.

Den Vogel schoß aber heute Springers "Welt" ab. Unter dem Titel "Jüdische Experten entlarven Putins Propaganda" wird behauptet, das "nach Ansicht namhafter Forscher aus der Ukraine die Judenfeindlichkeit in ihrem Land abnehme".
Nun könnte man solche beweisarmen Artikel mit einem müden Lächeln quittieren, doch werfen wir zunächst einen Blick auf die "jüdischen Experten aus der Ukraine".

Die politischen Juden Josef Zissels und der in Israel lebende Viacheslav Likhachev werden in den letzten Tagen nicht müde zu betonen, dass es sich beim Rechten Sektor und der Svoboda nicht um diejenigen handeln würde, von denen sich die Weltöffentlichkeit in unzähligen Videos und Berichten überzeugen konnte, sondern um einen nebensächlichen ("marginalen") Sicherheitsdienst und einer harmlosen "Rechtspartei" ähnlich der bundesdeutschen Grünen. Und der  jüdische "Faschismus- und Nationalismusforscher" Anton Shekhovtsov behauptete sogar, beim "Rechte Sektor" könne es sich um "ein vom Janukowitsch-Regime gefördertes und von prorussischen Provokateuren durchsetztes "Projekt" handeln, das dazu diene, die ukrainische Demokratiebewegung zu diskreditieren".

Die Schwarzkopf-Stiftung in Berlin hatte noch mehr solcher bemerkenswerter "Experten" aufzubieten, die sich in ihren wirren Ansichten noch einiger waren, als seinerzeit die Volkskammer.
Doch diesen zionistischen Verniedlichungsversuch können wir uns schenken, wobei sich ein jeder noch kurz nach der Motivation für denselben fragen sollte.

Als interessanter kann hier bereits die Äußerung des Vorsitzenden der Vereinigung jüdischer Organisationen in der Ukraine und Vizepräsidenten des World Jewish Congress, Josef Zissels, angesehen werden:
Denn, so sagte Zissels: "Wir Juden haben uns auf dem Maidan nicht als Minderheit, sondern endlich als Teil der ukrainischen politischen Nation gefühlt." Der stellvertretende Chef der Übergangsregierung, auch darauf wies Zissels hin, ist ebenso jüdisch wie drei von ihr eingesetzte Provinzgouverneure.
Wie der Papst in Rom davon überzeugt ist, für Gott zu sprechen, so ist Zissels davon überzeugt, für Gottes auserwähltes Volk zu sprechen. Dieser Größenwahn hat nicht nur ein und dieselbe Wurzel, sondern treibt auch Früchte. Der politische Katholizismus unterstützt nicht nur in Form der bundesrepublikanischen Zentrumspartei (CDU) die Putschisten in der Ukraine.
Das Podium zeigte sich ratlos darüber, dass im Westen ständig die faschistische Gefahr in der Ukraine beschworen werde, kaum jemand aber an den weit heftigeren faschistischen und neonazistischen Umtrieben in Russland sowie an den engen Beziehungen der extremen Rechten Westeuropas zum Putin-Regime Anstoß nehme.
Viacheslav Likhachev in "Welt" 
Die Juden, so Zissels, hätten sich auf dem Maidan nicht als Minderheit, sondern "endlich als Teil der ukrainischen politischen Nation gefühlt". Schön für sie, doch fühlten sich die Juden zuvor lediglich als 'Teil einer ukrainischen Nation' oder gar als 'Fremdkörper' in dieser?

Dem nach "Expertenmeinung" nur geringen und nicht bemerkenswerten Antisemitismus in der Ukraine entspricht das nicht, es sei denn - man möchte folgendes voller inniger Schuldkomplexe gar nicht aussprechen - "die Juden" verstehen sich selbst nicht als Opfer, sondern sogar als Täter in Sachen 'Fremdkörper'?
Übrigens wird vergleichbares u.a. von Lenni Brenner in "Zionismus und Faschismus" eindrucksvoll geschildert, ein Vergleich ist deshalb nicht abwegig.

Heißer Tobak jedenfalls, den hier "Welt" und "Experten" - sicherlich unabsichtlich - verbreiten, wenn man die Aussagen "unserer Experten" konsequent weiterdenkt. Und das Weiterdenken wird bekanntlich vom Recht auf Meinungsfreiheit komplett abgedeckt, jede Veröffentlichung solcher Gedanken allerdings nicht. Denken ist also ebenso erlaubt wie das Atmen oder der Herzschlag, weil es sich eben nicht verbieten läßt.
Wovor hat man also Angst, wenn nicht vor einem Spuk?

Weiter im Text...
Weit mehr als vor dem tatsächlichen Antisemitismus in der Ukraine, resümierte Likhachev, müsse man sich vor prorussischen Provokateuren fürchten, die jüdische Einrichtungen attackieren könnten [sic!], um die ukrainische Demokratie ins Zwielicht zu rücken.
Viacheslav Likhachev in "Welt"
Dass, wie es Zissels sagt, "der stellvertretende Chef der Übergangsregierung ebenso jüdisch wie drei von ihr eingesetzte Provinzgouverneure" sei, kann jedenfalls nicht daran liegen, weil man sich jetzt erst als "gefühlter" (sic!) Bestandteil der "ukrainischen politischen Nation" begreift. Jüdische Oligarchen, Gouverneure oder Abgeordnete gab es bereits zuvor in der Ukraine und deren Anteil lag bisher bestimmt nicht unter dem Bevölkerungsanteil.

Es drängt sich geradezu die Frage auf, ob uns hier Zissels verklausuliert mitteilen will, daß er die derzeitige politische Lage in der Ukraine von Juden dominiert wissen will, ja, den Umsturz in der Ukraine sogar als "jüdischen Umsturz" darstellen will?

In diesem Zusammenhang kann dann auch die Äußerung des bereits zitierten israelischen Zissels-Freundes gesehen werden:
Likhachev verwies darauf, dass im russischen Staatsfernsehen antisemitische Anspielungen verwendet werden, um die regierenden ukrainischen Politiker zu denunzieren.
Leider fügt der "Experte" Likhachev seiner Behauptung keine konkreten Beispiele an. Es wäre schon interessant zu wissen, was er genau unter "antisemitische Anspielungen" versteht, mit denen "die regierenden ukrainischen Politiker denunziert" werden.
Meine Skepsis ist hier durchaus angebracht, gilt man doch hierzulande in eben diesen "Expertenkreisen" bereits als antisemitischer Denunziant, wenn man sich einen Artikel über die Lebensweise des Paolo Pinkel durchliest.

Und überhaupt, daß Politiker, die befürchten, von jeden gemeinen Bürger verstanden zu werden, gerne doppeldeutig sprechen, ist kein Staatsgeheimnis.
Wieso spricht Likhachev dann von "die regierenden ukrainischen Politiker" und nicht unmissverständlich einfach von der ukrainischen Regierung? Etwa, weil nicht alle ukrainischen Regierungsmitglieder Juden sind, aber die, die in der Regierung wirklich das Sagen haben?

Dass die jüdischen "Experten" und die "Welt" hier eindeutig antisemitische Klischees bedienen, kann dem Verfasser dieser Zeilen nicht vorgeworfen werden. Der wollte nur auf die Bestätigung dieser Klischees durch die Genannten hinweisen, was so manchem in diesen Tagen bereits als "antisemitisch" erscheinen mag. Doch damit kann der Verfasser leben. Schalömchen eben...

Die Frage, ob hier die Springer-Presse antisemitische Klischees bedient oder es sich im Umkehrschluß in der Ukraine gar nicht um Klischees handelt, kann mit der Antisemitismuskeule nicht aus der wirklichen Welt geschafft werden. Die Menschen verlangen Antworten und zwar Antworten, die nicht dem Alltagserleben widersprechen.

So oder so.

Expertenmeldungen gelten dieser Tage zu recht noch immer als wirres Zeugs!

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