Mittwoch, 24. Juni 2015

Einseitiges Gedenken zum 17. Juni und die Kellerleichen der westdeutschen Demokratie

Seit Jahren habe ich die Veröffentlichung eines Artikels im Hinterkopf, der sich mit der Niederschlagung des Stuttgarter Aufstands von 1948, der Niederschlagung mehrerer anderer Arbeiterproteste in den Westzonen und der BRD und der geradezu tyrannischen Verhinderung demokratischer Willensbildung durch die britischen und vor allem amerikanischen Besatzer befassen soll. Einzig am nicht vorhandenen Bildmaterial ist die Veröffentlichung bisher gescheitert.
Juni 1953 in der Ostzone (DDR) - der Westen erinnert regelmäßig an dieses Geschehen, doch vergisst dabei absichtlich die gleichen Zustände bei sich, die teilweise noch brutaler waren.

Ruth Berger ist mir nun auf Telepolis zuvorgekommen. Das ist gut so. Denn die Verlogenheit und Heuchelei des Westens, mit der dieser beständig an die Ereignisse im Juni 1953 in der Ostzone erinnert, um von den eigenen Schandtaten abzulenken, stinkt gewaltig zum Himmel.

An die Ereignisse um den 17. Juni 1953 zu erinnern, ist richtig und wichtig. Doch nur, wenn in diesem Zusammenhang an sämtliche Aufstandbekämpfungen, Protestniederschlagungen und Demokratieverhinderungen in Deutschland in der Zeit des Kalten Krieges erinnert wird. Unabhängig davon, ob sie nun in der Ostzone oder in den Westzonen stattgefunden haben und ob die demokratieverhindernden Feindseligkeiten von den Sowjets, den Briten oder den US-Amerikanern begangen wurden.

Während jeder DDR-Bürger die Ereignisse des Juni 1953 kennt, weiß der durchschnittliche Bundesbürger nichts von den vielen gleichartigen Ereignissen im Westen. Die gesamtgesellschaftliche Hirnwäsche hat hier ganze Arbeit geleistet. Doch ist es an uns, dem Volksgedächtnis auf die Sprünge zu helfen, um die Mär von den "Befreiern", den Musterdemokraten und den "Guten" zu zerstören und Platz für die historische Wahrheit zu schaffen.

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