Sonntag, 18. September 2011

Folgenreicher Polizeieinsatz in Rosenheim

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatte sich im November vergangenen Jahres eine Meute von insgesamt 10 Polizisten, darunter ein Hundeführer und eine Polizistin, über eine "unbescholtene Familie" hergemacht. Zu den geschädigten Familienangehörigen gehören ein 66jähriger Ex- Polizist, seine 62jährige Ehefrau, die Tochter und der Schwiegersohn.
Anlass für die völlig überzogene Gewaltorgie war eine Lappalie. Der eigentliche Grund war ein Zuführungsversuch einer Person, die zum Zeitpunkt des Tathergangs nicht mehr in dem Mehrfamilienhaus, das dem älteren Ehepaar gehört, wohnhaft war. Als zunächst die Tochter ihre bürgerlichen Rechte beanspruchen wollte, sprich die Ausweisung als Polizisten einforderte, reagierten zwei Zivilfahnder über. Dabei verletzten sie unter anderem das grundgesetzliche Anrecht auf den Schutz der Wohnung, in dem sie sich unbefugt Zutritt zu dieser verschafften. In der Folge wurden alle vier Familienangehörige Opfer von brutaler Gewalt, obwohl sie sich offenbar in keiner Form aggressiv verhalten hatten.
Gegen die Familie wurde nun von der Staatsanwaltschaft Anklage wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte erhoben. Das Verfahren gegen die Prügelpolizisten wurde allerdings "vorläufig eingestellt".
Die Würde des Menschen ist antastbar...*

Nun ist es eine Tatsache, dass die willkürlichen Übergriffe seitens von Polizisten und die Polizeigewalt im Lande zunimmt. Die SEK- Kommandos genießen mittlerweile den Ruf von "staatlich subventionierten Schlägerbanden". Was sich früher als Hooligans in Fußballstadien herumgetrieben hatte, findet man heute zunehmend bei der Polizei wieder. Unter dem Schutz des Staates können sie so ihre sadistischen Neigungen ausleben und werden dafür noch bezahlt. Aber auch hier gilt, dass der Krug nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht.
Leidtragende könnten dann auch die Polizisten sein, die ihren Beruf noch ernst und bürgernah ausüben (wollen). Spätestens dann, wäre keinem der Beteiligten mehr geholfen.

* Vor Jahren lag ich fast an der gleichen Stelle wie der Mann auf dem Foto und zwar ebenso auf dem Boden. Feige von hinten niedergeworfen und von mehreren Polizisten drangsaliert. Der Grund war, weil ich als Unbeteiligter einen Polizeieinsatz beobachtete. Ich wurde danach für mehrere Stunden auf einer Wache festgehalten und durfte noch nicht einmal meine Jacke mit den darin enthaltenen Wertsachen und Ausweisdokumenten aus dem Lokal holen, in dem ich zuvor gesessen hatte. Auch nicht in Begleitung der Polizei. Warten sie nicht ab, bis auch ihnen so etwas widerfährt. Wehret den Anfängen!
Übrigens trat damals ein vornehm gekleideter älterer Herr hinzu, der entschieden gegen diese Behandlung meiner Person protestierte und die Namen der Polizisten, aber wenigstens den Namen des Einsatzleiters in Erfahrung bringen, weil er sich an höherer Stelle beschweren wollte. Die Polizisten verwehrten sein Anliegen und beschimpften ihn. Wenn ich an dieses Geschehen denke, denke ich in voller Dankbarkeit an diesen Mann. Seine Hilfsbereitschaft und sein Engagement taten so gut, auch wenn er mir nicht wirklich helfen konnte.

Kommentare:

  1. Bei solchen Polizisten brauchen wir keine
    Verbrecher mehr. Staatanwaltschaft eingeschlossen. Armes Deutschland. bleibt nur
    noch auswandern nach Timbuktu da ist es mit
    Sicherheit besser geregelt.

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  2. Auch ich möchte in diesem Kontext an alle appellieren, beim Beobachten von Polizeigewalt nicht einfach wegzusehen. Bitte helfen Sie den Betroffenen, sollte es Ihnen nicht möglich sein direkt zu intervenieren, so versuchen Sie sich die Namen der beteiligten Beamten zu notieren, machen Sie Handyfotos, erstatten Sie Anzeige oder melden Sie Ihre Beobachtungen bei der Beschwerdestelle der Polizei, dem muss nachgegangen werden. Oft werden aus Willkür und Schikane festgenommene Unbeteiligte wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angezeigt. Helfen Sie diesen mit Ihrer Aussage!

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  3. @anonym (27.9., 23:55)

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Wer sich einmal in einer solchen Lage befunden hat und/oder ein gesellschaftsfähiges Wesen ist, der wird verstehen, wie wichtig es ist, zu helfen.

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  4. das probloem ist nur, dass das auf dem bild keine SEK-Beamten sind, sondern normale Bereitschaftspolizisten. Wären dies SEK Beamte, so wären sie nicht mit Schlagstöcken bewaffnet sondern mit einer MP5 o.ä.
    Außerdem können wir gerne ausprobieren was in unserem Staat ohne die "Prügel-"Polizei los wäre. Vielleicht gäbe es dann Prügelblogger?

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  5. Leider steht gerade die Bereitschaftspolizei noch ganz in der Tradition ihrer paramilitärischen Herkunftsgeschichte. Hieraus - aus dem selbstherrlichen Selbstverständnis einer allen Moralvorstellungen enthobenen Prügeltruppe - resultiert meiner Meinung nach auch deren unreflektierter Einsatz von Prügelwerkzeugen wie Schlagstöcken.
    Dass eine Welt ohne Polizei eine bessere wäre möchte ich nicht behaupten, aber eine Welt, in der auch Polizisten sich an das Grundgesetz halten müssten, in der tagtägliche menschenverachtende Erniedrigung der Menschenwürde nicht zum allgemeinen Repertoire der Polizei gehörte, wäre gewiss eine bessere. Ein erster Schritt in diese Richtung wäre die Einrichtung einer unabhängigen Beschwerdestelle. Ebenso eine Personalpolitik und Personalführung, in der eben nicht ausgerechnet der uneingeschränkte Wille zur Amoralität zu den Softskills einer vermeintlichen, sich nicht in die bürgerliche Gesellschaft eingliedern wollenden Elite zählt.

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