Montag, 4. November 2013

Lukrative Nebenwirkungen - die Einflußnahme der Pharmaindustrie auf die Ärzte

Im D-Radio wurde ein interessantes Gespräch mit Dr. Christiane Fischer, der Geschäftsführerin der "Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte" (Mezis), ausgestrahlt.



In der Sendung berichtet Dr. Fischer über die Praktiken der Pharmaindustrie, die diese anwendet, um die Ärzteschaft zu beeinflußen.
Oftmals geht die Pharmaindustrie dabei so unterschwellig vor, dass es den einzelnen Ärzten gar nicht bewusst ist, wie sie manipuliert werden.

Neben vieler anderer Mittel hat die Pharmaindustrie allein in Deutschland eine Armee von 15.000 Pharmavertretern im Einsatz, was der Stärke von eineinhalb Divisionen entspricht.
Statistisch betrachtet, kann ein Pharma-Hausierer gerade einmal 23,8 km² der gesamten Landesfläche abgrasen.
Auf 5.370 Bundesbürger entfällt ein Pharmavertreter und auf einen Pharmavertreter entfallen noch nicht einmal 27 von den bei der Ärztekammer zugelassenen Ärzten. Wobei man von den 27 zugelassenen Ärzten noch 6 Ärzte abziehen muss, da diese nicht als Arzt tätig sind.

Deutlicher wird das Ganze noch bei den Hausärzten ersichtlich, denn auf 4 Hausärzte kommt gerade einmal ein Pharmalümmel. Wohingegen ein Pharmalümmel statistisch noch nicht einmal 4 niedergelassene Fachärzte zu manipulieren hat.

Selbst Berufsoptimisten dürften hier geneigt sein, von einer Überversorgung an Pharmareferenten zu reden. Und alle wollen Geld verdienen. Ist die Luft zum Atmen knapper, werden die eingesetzten Mittel wegen dem Konkurrenzdruck härter und ausgefeilter. Auch das dürfte einleuchten.

Dr. Fischer sagt in dem Gespräch, dass sich die Pharmavertreter als Bestandteil des Gesundheitssystems sehen und sie fügt zugleich einen treffenden Vergleich an, denn, wenn das so wäre, dann müssten auch Autohersteller Bestandteil des Gesundheitssystems sein, weil sie Krankenwagen herstellen.

Oftmals sind ahnungs- und hilflose Ärzte die Opfer der Pharmavertreter. Irrtümlicherweise vertrauen die Patienten allen Ärzten gleichermaßen, jedoch ist die fachliche und menschliche Qualifikation unter Ärzten sehr differenziert. Das hat auch etwas mit der Ausbildung von Ärzten zu tun, die immer öfter unter dem Einfluß der Pharmaindustrie steht.

Frau Dr. Fischer liefert - wenn auch indirekt - eine Reihe von Argumenten, mit denen die zumeist aus der esoterischen Heilbranche stammende grundsätzliche Verachtung der Schulmedizin widerlegt werden. Dr. Fischer ist als "Schulmedizinerin" ein gutes Beispiel dafür.

Die "Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte" gibt es jetzt seit 7 Jahren. Von 1.000 niedergelassenen Ärzten sind ihr bisher 8,5 Ärzte beigetreten. Dieses Gebiet ist also noch ausbaufähig, um es diplomatisch auszudrücken. Doch möchte ich hier Dr. Fischer zitieren, die diesbezüglich wiederum einen alten Liedtext zitierte:
Unser Streit braucht langen Atem und Zeit. Wir erreichen das Ziel nicht gleich heute. Unsere Macht ist unsere Beharrlichkeit, ist die Kraft der kleinen Leute.
Frau Dr. Fischer und ihre Mitstreiter gehören für mich auch zu den "Helden des Alltags". Sie kämpfen in unser aller Interesse. Ihnen ist ihre Berufung als Arzt wichtiger als materielle Vorteile zu ergattern, wichtiger als dem schnöden Mammon hinterherzurennen.
Dafür sollte ihnen unser Dank gewiss sein.

Kommentare:

  1. siehe Schweine Grippe und die ULLA Schmidt (SPD) läuft heute noch frei herum. Erst wurden die Verträge zum Verkauf mit den Bundes Ländern unterschrieben.und dann wurde die Schweine Grippe erfunden! US Universitäten haben bewiesen, das die Ärzte vor allem Sport verschreiben müssten und nicht Tabletten. Die meisten Operationen sind ebenso Unfug.

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    1. Das weiss man in Deutschland auch, aber was will der bequeme Bürger: lieber ein Pillchen vom Dokter als etwas an seinem Lebensstil ändern und wenn der Dokter Sport verordnen würde, würde dieser Bürger lieber den Dokter aufsuchen, der das Bequemere verschreibt. 5% schaffen es, glaube ich, den Lebensstil zu ändern.

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    2. US Uni Studie: wenn die Ärzte Sport Programme, statt Pillen verschreiben, sind die Leute nach 10 Jahren einwandfrei viel gesünder, als die Vergleichs Gruppe

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