Samstag, 6. Oktober 2012

Das Wort zum Sonntag: heute - Referent Barth

Vergangene Woche verstarb ein kleiner schwuler Dicker an den Segnungen der Zivilisation.
Das ist nichts ungewöhnliches, doch zog dessen Ableben eine große Trauergemeinde hinter sich her. Denn beim kleinen dicken Schwulen handelte es sich um einen sog. "Comedy-Star" des Unterschichtenfernsehens. Und die Unterschicht ist groß in diesem Land, mit erschreckend wachsender Tendenz.

Bekannt wurde der kleine schwule Dicke durch seinen medial zelebrierten Sandkastenhumor, seine seichten, von Stil befreiten Versuche, das Verwandlungstalent eines Diether Krebs nachzuahmen und nicht zuletzt durch seine Dauerauftritte im "Dschungelcamp", wo es dann hieß: "Dreck fressen mit Dirk B.".
Nun soll jeder über das lachen, über das er lachen will und vor allem kann. Im Gegensatz zur Dummheit ist die Intelligenz nicht weit verbreitet und der Satz von Karl Kraus, dass dort, "wo die Sonne der Kultur niedrig scheint, auch Zwerge lange Schatten werfen", trifft heute um einiges mehr zu, als zu Zeiten von Kraus.

Das Sternchen im Zirkus der Verblödungsindustrie ist erloschen. Der kleine schwule Dicke war sich für keine Banalität zu schade, zu schade war er sich nur, wenn es darum ging, ein klein wenig Niveau zu erreichen. Denn Niveau kann der sich verblöden lassen wollenden oder bereits verblödeten Zielgruppe nicht zugemutet werden.
Wo käme denn diese Gesellschaft hin, wenn im Fernsehen Niveau geboten werden würde?
Womöglich würde es all die traumatisierten Verlierer - sie haben nicht nur ihr Hirn verloren - auf die Straßen oder auf die Barrikaden treiben.
Die Angst vor einem schrecklichen Ende ist (noch) größer als diejenige vor einem Schrecken ohne Ende.
Das Fernsehen ist jedenfalls eine großartige Erfindung. Es könnte dazu dienen, den Menschen zu erhöhen. Dass es dazu genutzt wird, den Menschen zu erniedrigen, liegt nun wahrlich nicht an dieser Erfindung.

Und bevor jetzt noch jemand auf die Idee kommt, ich wäre "homophob"*, überreiche ich Markus Barth das Wort:



* Hierbei handelt es sich wieder einmal um ein allgemein benutztes Fremd-Wort, dessen Wortsinn den meisten unbekannt sein dürfte, da es sonst niemals in diesem Zusammenhang verwendet würde.
Homo = Mensch, Phobie = Angst, Furcht. Jemanden, der Homosexualität ablehnt hat doch nicht Angst oder Furcht vor Menschen im allgemeinen. Eine solche Unterstellung ist widersinnig und anmaßend. Bei der Verwendung des Wortes Homosexualität handelt es sich um einen weiteren zweck- und sinnentfremdeten Begriff, da jeder Mensch, dessen Sexualität auf Menschen bezogen ist, im Wortsinn homosexuell ist. Gleichgeschlechtliche Sexualität funktioniert auch mit Menschen, grenzt aber die andere Hälfte aus.
Parsexuell (par = gleich) wäre als Bezeichnung weit treffender. Das nur nebenbei zum Orwell Sprech, den es schon weit länger gibt, als zu Orwells Lebzeiten. 

Kommentare:

  1. Homo( lat.)= Mensch, das ist vollkommen richtig.

    Homo von homoios (griech.)= gleich

    Vielleicht haben Sie auch schon mal etwas von
    homogenisierter Milch gehört, da stecken auch keine Menschen drin.

    Gruß
    Khad

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    1. Homophob bedeutet demnach die Furcht vor dem Gleichen. Doch sind alle gleich? Gleich schwul?

      Gruß
      Homo Gen

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  2. Danke für die Aufklärung.

    Ich hätte allerdings noch eine andere Variante anzubieten:

    Spätestens seit den Zeiten der Kirchenlehrer Augustinus und Thomas von Aquin galt die Frau juristisch - das ist anhand alter Gesetzestexte beweisbar - nur noch als "bewegliche Habe" des Mannes. Ihr Streitwert lag noch unter dem einer Kuh. Das ist kein Witz.
    Da somit Männer als einzig wahre Menschen galten, bezieht sich das Homo auf den Mann.

    Diese Variante hat nur einen Haken. Gleichgeschlechtliche Liebe und Analverkehr fielen juristisch in die Rubrik Sodomie. :-)

    Gruß zurück.

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  3. Ach, noch etwas. Ein Zitronenfalter faltet keine Zitronen. Wußten Sie das?

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  4. Interessant Ihre Ausführung zu dem Kirchenheini. Das war mir im Gegegensatz zu der Faltergeschichte nicht bekannt.
    Aber der Typ hat ja reichlich Wirres abgesondert, mein Lieblingsspruch:
    "Das Weib ist ein minderwertiges Wesen, das von Gott nicht nach seinem Ebenbilde geschaffen wurde. Es entspricht der natürlichen Ordnung, daß die Frauen den Männern dienen."

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  5. Der hatte noch mehr Wirres auf Lager. Er gilt nicht umsonst heute noch als 'Kirchenlehrer' (das ist der höchste Titel für die geistige Zunft dieser Sekte) und manchen sogar als Philosoph.
    Er vertrat die These, dass Frauen durch "verdorbenen Samen" gezeugt werden. Darüber kann ich lachen und noch viel mehr über diejenigen, die seinen Namen geheiligt wissen wollen. Besser läßt sich die eigene Geistesschwäche nicht offenbaren. :-)

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