Donnerstag, 8. Oktober 2009

Linke- Abgeordneter fordert Sklavenlohn

Würde in der BRD ein gesetzlicher Mindestlohn wie in Frankreich eingeführt werden, dann läge das entsprechende Nettoeinkommen unter 1000 €. Dies fordert der stellvertretende Linke- Vorsitzende der Berliner Schwatzbude. Gleichzeitig fordert Herr Ernst auch eine "deutliche" Erhöhung der Hartz IV- Zahlungen, erklärt aber nicht, wie sich dann noch Arbeit (Vollzeit) lohnen soll.

Bei den jetzigen Lebenshaltungskosten ist jeder Nettolohn unter 1200 € unterhalb der absoluten Schmerzgrenze. Und selbst dann würde ein Arbeitnehmer, zöge man die Leistungen ab, die er sowieso vom Staat erhalten würde, effektiv für ca. 400 € (geschätzt) im Monat Vollzeit arbeiten.
Nur, wer vergleichen kann, kann auch bewerten. Herr Albrecht zum Beispiel, Besitzer der Ladenkette Aldi, erhält allein durch diese Ladenkette einen Nettostundenlohn von 400.000 € und kann sich sogar auf Grund der Steuergesetze von seinen Fiskusbeiträgen befreien. Das kann der Lohnsklave nicht. Dafür hat der Gesetzgeber keinerlei Hintertore vorgesehen.
Herr Klaus E., betreiben sie Realpolitik im Sinne ihrer Wähler und tragen sie mit ihren Vorschlägen nichts zur unwürdigen Ausbeutungspolitik bei! Sozialistische Politik betreiben sie jedenfalls nicht, wenn sie sich weiterhin als Flickschuster des kapitalistischen Systems betätigen.

Kommentare:

  1. Herr Klaus verrät auch nicht, wie sich ein Arbeitnehmer mit 990 € Einkommen Guthaben für die Altersabsicherung erwirtschaften soll. Aber eines hat seine Partei und auch er unmissverständlich und im doppelten Sinn verraten. Man schaue nur auf die Politik, welche die Linke betreibt, wenn sie mit in der ReGIERung sitzt (z.B. Berlin).
    Auch war die Linke daran beteiligt, die unermessliche Profitgier im Finanzwesen zu befriedigen, in dem sie dazu mitabstimmte, nicht vorhandene Steuergelder zur "Rettung" der Banken zu verwenden. Doch Banken benötigen kein Geld, es sind stets Menschen, welche sich einer Bank bedienen. Unsere Leben, unser Wohlstand, unsere Arbeitsleistung - alles wird reduziert und kurzgehalten. Ich habe jedenfalls die Schnauze voll, für den Lebensunterhalt von Millionen gesunder Nichtarbeiter und verbrecherischer Popanze aufkommen zu müssen. Wohlstand für die, die ihn erwirtschaften! 20 Stundenwoche, dafür müssen aber alle arbeiten. JEDER zahlt 10% Steuern seines Einkommens. Der höchste Lohn im Staat darf max. das Zehnfache des niedrigsten Arbeitseinkommens betragen. Das wären sozialistische Forderungen, Herr Klaus. Volkspolitik!

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  2. Also dieser Artikel is ja schon recht frech! Kein Zitat, keine Quelle nur hören sagen.

    Die Linke fordert einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 10€! Auch Klaus Ernst fordert dieses. Das wären 1600 Brutto! Da is man auch nicht reich, aber es reicht bis Monatsende.

    Lieber Lux etwas mehr Recherche täte deinem Blog sehr gut!

    Wenn Klaus Ernst auf den Mindestlohn in Frankreich verweist, dann um zu widerlegen, daß Mindeslöhne nicht machbar wären. Dieses wird von den Konservativen ständig behauptet! Ernst verweist in diesem Zusammenhang übrigens auch auf die Mindestlöhne in Luxemburg, die über 10€ liegen.

    Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=Sdwga0POCo8&hl=de

    Dafoe

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    1. Ernst haette als Beispiel auch die Schweiz nehmen koennen: Dort betraegt der Mindestlohn 15€.
      Wahrscheinlich tat er dies nicht, weil er keine falschen Signale in die richtige - weil wichtigere - Richtung zu senden.

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    2. ...senden wollte.

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  3. Lieber Dafoe, nur weil ich keine Quellen angebe, heißt das nicht, daß ich nicht recherchiert hätte.
    Der Mindestlohn in Frankreich liegt derzeit bei brutto 8,82 € pro Stunde. Ich gehe davon aus, daß Du mit Suchmaschinen wie google umzugehen verstehst. Dennoch, nur für Dich: Quelle: DGB - http://www.mindestlohn.de/meldung/mindestlohnerhoehung-frankreich/

    Last but not least, sei noch erwähnt, daß ich vom Nettolohn berichtet habe, also von dem Lohn, den ein Arbeitnehmer wirklich bekommt. Deshalb finde ich es "frech", daß Du mit'm Bruttolohn argumentieren willst. Ich gehe davon aus, daß Du den Unterschied zwischen Netto- und Bruttolohn kennst. Diesbezüglich mögen zwar die optisch höheren Zahlen Deiner Sichtweise gerecht werden, doch dienen sie nicht der sachlichen Debatte. Es interessiert den Arbeitnehmer nicht, was er bekommt UND an den Staat abführen muss, sondern lediglich der Lohn, den er zur freien Verfügung hat.

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  4. http://www.nettolohn.de/

    Unter diesem Verweis kann ein jeder errechnen, was vom Brutto übrigbleibt.

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  5. Lieber Dafoe, der von Dir benannte Bruttolohn ergibt netto 1.120,76 € (ohne Kirchensteuer). Er liegt also unter der von mir genannten Schmerzgrenze.

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  6. Lieber Lux,

    damit zeigst Du doch nur, daß Dein Artikel nicht "sauber" geschrieben war.

    1.
    Zitat_: "Würde in der BRD ein gesetzlicher Mindestlohn wie in Frankreich eingeführt werden, dann läge das entsprechende Nettoeinkommen UNTER 1000 €. Dies fordert der stellvertretende Linke- Vorsitzende der Berliner Schwatzbude."

    Wie du selbst feststellst liegt er tatsächlich aber darüber!

    2.
    Es geht hier um einen Mindestlohn also um eine Lohnuntergrenze und keineswegs um einen "Regellohn"!
    Wenn Du also titelst:

    "Linke- Abgeordneter fordert Sklavenlohn"

    unterstellt das, daß hier Lohnsenkungen gefordert werden!
    Aber für einen Großteil der Niedriglöhner wäre das eine Verdopplung Ihrer Einkünfte.
    Warum das Kritikwürdig sein soll verstehe ich nicht!
    Abgesehen davon fordern alle anderen Mindestlohnbeführworter, als da wären Gewerkschaften, SPD, Grüne usw. einen Mindestlohn von 7,50€. Daß Du dann ausgerechnet die kritisierst, die ,in der Debatte, den höchsten Betrag fordern, verstehe ich auch nicht!

    Dafoe

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  7. Lieber Dafoe,

    zu 1) Ich hatte mir erlaubt, die in Frankreich geltende 35 Stundenwoche als Grundlage meiner Berechnung zu nutzen. Wenn schon Frankreich als Vorbild dienen soll, dann auch richtig. Somit kam ich auf einen Betrag unterhalb 1000 €.

    zu 2)Realistisch betrachtet, werden sich die Unternehmer durch Einführung eines Mindestlohns, genau an diesem orientieren. Kurzfristig mag der Mindestlohn eine Verbesserung darstellen, aber mittel- bis langfristig wird er zu Kürzungen des Gesamtlohnniveaus führen. Dies wird durch das kapitalistische System bedingt. Wir können jetzt bereits derartige Lohnkürzungen beobachten und zwar durch die Privatisierungen im öffentl. Dienst. Der Boomerangeffekt ist längst im öffentl. Dienst angekommen.
    Wenn ich die kritisiere, die in der Debatte den höchsten Mindestlohn einfordern, dann kritisiere ich nach den Gesetzen der Logik zwangsläufig auch die von Dir aufgeführten anderen Mindestlohnbefürworter.
    Mindestlohn ja, aber der muss bei der derzeitigen Lage (Lohngruppe 1) zu einem Nettolohn von mind. 1300 - 1500 € führen. Alles andere ist unannehmbar. Und jetzt komm mir nicht mit der Realisierbarkeit, denn alles, was jemals Menschen hervorgebracht haben, ist beliebig und wandelbar.

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  8. Und noch etwas. Diejenigen Unternehmer, welche Menschen für 3,50 € und weniger arbeiten lassen, werden sich auch nicht durch die Einführung eines Mindestlohns erschrecken lassen. Denn wie sieht es auf dem Arbeitsmarkt wirklich aus? Ich kenne Fälle, da haben zwar Menschen einen normalen Arbeitsvertrag, welcher Tariflohn garantiert, unterschrieben und doch wußten sie zum Zeitpunkt der Unterschrift, daß sie weniger verdienen werden, denn davon hing der Arbeitsvertrag ab. So läuft das!

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  9. Mit Blick auf den bald wieder bevorstehenden Wahlkampf scheint mir dieser Artikel aktueller den je. Ich bin gespannt wie sich die Parteien zu diesem Thema zur Bundestagswahl aufstellen.

    Wer aktuell spitz rechnen möchte ob sich die ehrlicher Arbeit "noch lohnt" oder nicht, kann auf wikicareer mit dem dortigem Gehaltsrechner ganz genau nachrechnen: http://www.wikicareer.de/rechner/gehaltsrechner.html
    Denn ich hab kürzlich meinen Ohren nicht trauen wollen als mir ein Personaldienstleister gesagt hat, dass ich dann besser noch einmal später vorsprechen solle wenn mein Anspruch auf Arbeitslosengeld ausgelaufen ist... Denn Netto konnte der mit seinem Lohn nicht mal mit meinem monatlichen Arbeitslosengeld mithalten!!!

    Neben dem Gehaltsrechner habe ich dort auch mit dem Arbeitslosengeldrechner nachgerechnet weil ich doch ziemlich perplex war, und tatsächlich bekomme ich mehr Geld wenn ich schön zuhaus auf dem Sofa bleibe als wenn ich arbeiten gehe.

    Also ich werd ganz sicher bei der nächsten Wahl meine Entscheidung mit davon abhängig machen wie die Parteien diese Missstände abschaffen und für Lohngerechtigkeit sorgen wollen!

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