Freitag, 6. Februar 2015

Damals wie heute: Von den Weltverbrechern und ihren "Weltpolizei"- Missionen


Russland war vor einhundert Jahren alles andere als eine aufstrebende Nation. Der Hochadel und der Klerus hatten abgewirtschaftet, das Land befand sich an der Seite Großbritanniens, der USA und Frankreichs im Krieg gegen die Mittelmächte, zu denen wiederum das Deutsche Reich gehörte.

Im russischen Volk gärte es gewaltig. Die gescheiterte Revolution von 1905 hatte an der Situation der untersten Untertanen bis hin zum Mittelstand nichts geändert. Als im Februar 1917 der Hunger in der Bevölkerung die Unzufriedensten auf die Straßen trieb, wurde mit Unterstützung der USA und anderer Mächte der Entente das aus einer Koalition zwischen Liberalen und Sozialdemokraten bestehende Kerenski-Regime an die Macht gebracht.
Da aber auch das Kerenski-Regime den Krieg mit dem Deutschen Reich nicht beendete, ließ die Antwort aus Deutschland nicht lange auf sich warten. Ludendorff und Hindenburg betrieben fortan einen immensen finanziellen und geheimpolitischen Aufwand, um die Lage für sich zu verbessern. Bereits im Oktober 1917 sollte es gelingen, das Kerenski-Regime abzulösen und Lenin, Trotzki und andere Verschwörer an die Macht zu spülen. Darauf folgte der Frieden von Brest-Litowsk. Das Deutsche Reich war seinen Zweifrontenkrieg los und in Russland brach die Ära der Sowjets an.
Mit der durch Bismarck vollzogenen Reichsgründung 1871 wurde Deutschland zur aufstrebenden Nation, und somit zur Gefahr für die vorherrschenden Weltmachtsansprüche des Britischen Empire, aber auch für die Zukunftspläne der USA. Die USA verfolgten seit Ausgang des 19.Jahrhunderts das bis in unsere Tage unverkennbar anhaltende Ziel, zukünftig die gesamte Weltwirtschaft dominieren und die Regierungen aller Länder kontrollieren zu können. Bereits 1896 lagen in den Schubladen der USA Kriegspläne gegen Deutschland bereit. Ob es in Deutschland Kriegspläne gegen die USA gegeben hat, entzieht sich zwar meiner Kenntnis, wäre aber interessant zu erfahren.
Das Attentat von Sarajevo gab nur den lang ersehnten Zündfunken für die längst geplante Neuordnung Europas und der Welt ab. Deutschland die Haupt- oder sogar die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg andichten zu wollen, entspricht trotz der deutschen Anteile am Fiasko nicht den historischen Tatsachen.
Kauft nicht bei Deutschen und nichts deutsches!

Und so kann es auch nicht verwundern, dass die Mächte der Entente miteinander bereits zu Beginn des Krieges Geheimverträge abgeschlossen hatten, in denen sie den Rest der Welt als Beutestücke aufteilten. Durch Trotzki wurde die Weltöffentlichkeit über diese Geheimverträge unterrichtet. Verträge aus denen hervorging, dass es der Entente nicht darum ging, wie sie das in ihrer Propaganda behauptete, "sich gegen den blutrünstigen Aggressor Deutschland zur Wehr zu setzen und dann wieder Frieden einkehren zu lassen" (Hermann Ploppa). "Ganz im Gegenteil", schreibt Ploppa, um anschließend fortzufahren:
Einer dieser Verträge regelt sogar, dass der Papst praktisch wie ein Gefangener festzuhalten ist, sollte er sich auf dem internationalen Parkett um eine Friedensvermittlung bemühen.*
Rumänien und Italien war als Lohn für den Beitritt zum Englisch-Französisch-Russischen Bund eine fette Schnitte aus den Territorien Österreich-Ungarns und des Osmanischen Reiches vertraglich zugesichert worden. Russland und England verständigten sich auf eine Aufteilung des noch souveränen Persiens, und Russland und Japan verständigten sich auf eine Aufteilung Chinas. Russland sollte den Bosporus bekommen und Frankreich die industriellen Filetstücke Deutschlands.
Nun lud Trotzki alle kriegführenden Regierungen zu Friedensverhandlungen nach Brest-Litowsk ein. Den Börsianern in der Wall-Street gefror das Blut in den Adern. Und die einfachen Leute in den kriegführenden Ländern sahen plötzlich gar keinen Grund mehr, ihr Leben in einem Krieg zu lassen, der aus eindeutig niederen Motiven geführt wurde. Französische Soldaten warfen ihre Gewehre weg und gingen nach hause. In den USA schossen sozialistische, sozialdemokratische, kommunistische und anarchistische Gruppen aus dem Boden.
Trotzki lud also alle kriegführenden Regierungen nach Brest-Litowsk ein, doch nahmen an den Friedensverhandlungen nur Ungarn, Bulgarien, Türkei, Russland und ausgerechnet der "blutrünstige Aggressor Deutschland" teil. Und das nicht etwa, weil Deutschland zu diesem Zeitpunkt militärisch unterlegen war. Die selbsternannten Gralshüter des Weltfriedens, die Entente, blieb den Friedensverhandlungen aus den erwähnten Gründen fern.
In unseren Tagen heißt die aufstrebende Nation nicht Deutschland, sondern Russland. Die Hetze ist genauso dümmlich und abgedroschen, aber leider auch noch immer so erfolgreich wie damals. Und in den Schubladen der "Weltfriedensbewahrer" liegen heute genauso wie auch damals schon die Verträge zur Beuteteilung bereit.

Etwas vorsichtiger als damals drücken sich die Vordenker von heute allerdings aus. Wer von ihnen würde heute so freimütig Sätze öffentlich von sich geben, wie das der damalige "think tank" (wörtlich übersetzt: Denkpanzer; antrainierter Sprachgebrauch: Denkfabrikant; ersatzweise: Psychowaffe) Hollis Godfrey im Jahre 1906 noch tat: Ein Krieg mit Deutschland ist unausweichlich.**

Das ein Krieg mit Russland unvermeidlich wäre, würde heute so direkt ausgesprochen die öffentliche Meinung in Angst versetzen. Doch kann man diese verbalen Kriegstrommeln auch heute zur Genüge hören. Allerdings nur schwammiger und verklausulierter in manchmal sogar wohlklingenden Worthülsen verpackt. Doch wer hört heute schon genau hin, wenn etwas gesagt wird? Wer versteht im Zeitalter, in dem das Orwell-Sprech zum ehrbaren Volkssport erhoben wurde, was wirklich gesagt wird? Die meisten Menschen reagieren auf die ihnen vorgeworfenen Sprechblasen wie der berühmte Pawlowsche Hund. Der moderne Agitator - beispielsweise ein Politiker - benutzt die gleichen Worte wie das Stimmvieh, doch redet er oftmals in einer anderen Sprache, wodurch er von so vielen missverstanden wird. Er will dann auch gar nicht von jederman verstanden werden. Wie ein Hausierer versucht er nur etwas zu verschachern, was sich sonst nicht verkaufen lassen würde.
Was sagt uns das? Leute, lernt das Zuhören, im Sinne vom Verstehen des Gesagten. Wenn der Kommentator im Fernsehen wieder einmal von "unserer aller Freiheit" quatscht, dann meint er - zumindest trifft das auf seinen Redenschreiber zu - damit etwas ganz anderes, als das, was der Großteil der Zuschauer damit verbindet. Dem Kommentator - und/oder seinem Redenschreiber - kommt es dabei nicht auf den Sinn des Wortes, sondern auf dessen Wirkung auf die Zielgruppe an.

Es gibt Menschen, die reden, weil sie etwas zu sagen haben, weil sie verstanden werden wollen, weil sie sich selbst gerne reden hören, weil sie die anderen nicht zu Wort kommen lassen wollen, weil sie missverstanden werden wollen, weil sie täuschen wollen.
Unser Schwerpunkt sollte aber bei denen liegen, die verstanden und die missverstanden werden wollen.
Und selbst dabei gilt es, die Spreu vom Weizen trennen zu können.

Die Kunst erlernen zu wollen, all das menschliche Gerede richtig einordnen zu können, ist mühselig und kostet Bildung, Lebenserfahrung und Kraft. Es handelt sich aber um keinen verschenkten Aufwand, der einem dabei abverlangt wird.

* Der Vatikan war an der Inszenierung des Ersten Weltkrieges beteiligt = siehe Deschner. +++ Benedikt der XV. wurde 1914 als Nachfolger des verstorbenen und mittlerweile heilig gesprochenen "Weltkriegspapsts" Pius X. ernannt. Benedikt XV war wohl etwas weniger "realpolitisch" (angepasst, opportunistisch) als sein Vorgänger im Amte des Vizepräsidenten jüdisch-antiker Glaubenskultur tätig, sozusagen war er ein klein wenig "nächstliebender" veranlagt gewesen. Grund genug, dem 1914  neu eingesetzten Papst der Romkirche von seiten der einzig seligmachenden "Weltfriedensbewahrer" das Vertrauen erst einmal abzusprechen. Frieden und Romkirche verhalten sich zueinander wie Gott und Teufel. Die menschliche Angst darüber, dass schon in baldigster Zukunft der Motor des modernen Menschen zum entgültigen Erliegen gelangen könnte, weil die Schwefelquellen Absurdistans inzwischen restlos ausgebeutet wurden, scheint mir unbegründet zu sein. So schnell wird die Menschheit ihren Gestank nicht los. Ein Mangel an Schwefel ist nicht in Sicht. Jedenfalls nicht, solange damit noch ebenso verschwenderisch umgegangen werden kann, wie mit dem Erdöl aus ???

** Dem entsprechende aus Deutschland stammende Zitate sind unbekannt.

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