Donnerstag, 9. Dezember 2010

Die Brisanz von Wikileaks basiert auf temporäre Demenz

Ist es nicht völlig überzogen, drei Artikel in Folge über die "Wikileaks- Kampagne" zu bringen?
Im Prinzip ja, doch konnte ich heute über den Verteiler NetNewsGlobal gleich zwei Artikel finden, die wieder einmal bestens aufzeigen, daß Wikileaks bisher absolut überbewertet wird.
Beide Artikel befassen sich mit einer dieser "hochbrisanten" Wikileaksveröffentlichungen und die diesbezüglich weltbewegende Interpretation des US- Historikers Gareth Porter.
WASHINGTON – Ein im Februar 2010 von US-Diplomaten verfasstes Protokoll, das WikiLeaks veröffentlicht hat, stellt ausführlich dar, wie russische Spezialisten, die sich mit dem ballistischen Raketenprogramm des Irans beschäftigen, Behauptungen der USA, der Iran verfüge bereits über Raketen, die europäische Hauptstädte ins Visier nehmen könnten, oder habe vor, solche Raketen zu entwickeln, widerlegt haben. (Das WikiLeaks-Dokument ist hier nachzulesen )
Die Russen bestritten auch die Existenz der mysteriösen Rakete, die der Iran nach Behauptungen der USA von Nordkorea gekauft haben soll.
Leser der beiden führenden US-Zeitungen wurden aber bisher nicht über diese wichtigen Fakten* aus einem (WikiLeaks-)Dokument informiert.
Gareth Porter, 30.11.2010  
Diese "Weltneuheit" ist geradezu symbolisch für das Theater, das um Wikileaks gemacht wird.
Nun kann man die "Leser der beiden führenden US- Zeitungen" empfehlen, ihre Informationsquellen zu überdenken, denn nichts im Blätterwald ist bekanntlich so langweilig, wie die Zeitung von gestern, die im Falle dieser beiden Zeitungen noch nicht einmal erschienen waren. Doch sind nicht diese "hochbrisanten Wikileaks- Enthüllungen" geradezu beleidigend? Benötigt es für etwas, was seit diesen US- Behauptungen gegenüber dem Iran sowieso bekannt war, Wikileaks oder eines Gareth Porter, um den kalten Kaffee von gestern, noch abgestandener serviert zu bekommen? Kein ernstzunehmender und diesbezüglich gebildeter Mensch wird sich dieses abgestandene Gesöff als "frisch gebrüht" servieren lassen, ohne den Kellner dafür maßzuregeln.
Es sei denn, man informiert sich ausschließlich bei Blöd, Dödel & Co. und ist auch noch stolz darauf, seine Wahrnehmung abgeschaltet zu haben, um hirngebremmst widerzukäuen, was einem mit dieser Wikileaks- Kampagne vorgekaut wird.
Merken hier einige noch etwas? Das ist Verarsche³! 
Auch diese Wikileaks- Veröffentlichung reiht sich nahtlos an alle bisherigen Wikileaks- Veröffentlichungen an.
In diesem Fall sind die "Wikileaks- Fakten" bereits so lange bekannt, wie das "Raketenschutzschildprogramm" in Polen und Tschechien auf der Tagesordnung stand. Was laut Wikileaks im Februar 2010 noch heimlich zwischen russischen und US- Experten diskutiert wurde, beschrieb beispielsweise das Schweizer Nachrichtenportal "20min" bereits im Februar 2007 so:
Polen und Tschechien befürworten trotz massivem russischen Widerstandes die Pläne zur Stationierung eines amerikanischen Raketenabwehrsystems.
Die USA wollen in Tschechien einen Radarstützpunkt bauen, während in Polen offenbar der Stützpunkt für die Abfangraketen errichtet werden soll. Nach Washingtoner Angaben können damit Angriffe des Irans oder Nordkoreas abgewehrt werden. Steinmeier stellte im «Handelsblatt»-Interview eine Bedrohung durch iranische Raketen in Frage. Nach dem derzeitigen Stand der iranischen Waffentechnologie bestehe für Europa keine Gefahr.
20min.ch, 19.2.2007 
Und es gibt und gab noch zahlreiche weitere Meldungen zum Thema, lange bevor wir via Wikileaks über diese "brisante" Weltneuheit erfahren durften.
Das ist ein wirklich brisanter Fakt und zwar zur Brisanz von Wikileaks. Den kann man nicht leugnen, jedenfalls nicht, ohne als Idiot gelten zu wollen.

* Es handelt sich nicht um Fakten, sondern um die Meinung vermeintlicher russischer Experten. Zwar teile ich die Meinung dieser russischen Experten, doch wurde kein einziger Beweis veröffentlicht, also auch kein Faktum. Es ist geradezu lächerlich, anzunehmen, nur weil jemand die eigene Meinung teilt, wäre damit ein Beweis geschaffen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen